Konzept

Der Kontaktstudiengang „Alevitisches Sozialmanagement und Mediation“ richtet sich an Interessenten, die eine solide fachliche Grundausbildung in den Bereichen alevitische Glaubenslehre, interkultureller Umgang und soziale Arbeit und Beratung anstreben.

Im Kontaktstudium wird ein breites Themenspektrum angeboten, das sich vom alevitischen Leben in der Migration über den interkulturellen Dialog bis zur Religionspädagogik und -didaktik erstreckt. Die Inhalte und Fragestellungen des Faches werden mit kultur- und religionswissenschaftlichen Methoden verbunden. Die Absolventen der Fachrichtung verfügen über fundierte wissenschaftliche, methodische und kommunikative Kompetenzen, die zum besseren Verständnis der alevitischen Glaubensinhalte und zum reflektierten Umgang mit kulturellen und religiösen Themen überhaupt qualifizieren.


Aufbau

Der Kontaktstudiengang ist modular aufgebaut und erstreckt sich über 3 Semester. Er umfasst 3 Module mit insgesamt 30 ECTS-Punkten (1 Semester á 10 ECTS-Punkte á 60 Lehrstunden). Die Veranstaltungen werden als Kompaktveran- staltungen am Wochenende stattfinden.


Inhalte

  • Interkulturelle Handlungskompetenz
  • Interkulturelle Konfliktsituationen
  • Akkulturation
  • Alevitische Religionspädagogik und -didaktik
  • Initiierung und Optimierung religiöser Bildungs- und Lernprozesse
  • Grundlagen der Sozialpädagogik
  • Sozialmanagement (Organisation der Sozialarbeit)
  • Projektplanung
  • Familienberatung
  • Praktika in sozialen Einrichtungen


Organisation und Anforderungen

Die Fortbildung findet als Präsenzlehre einmal im Monat am Freitagnachmittag von 14:00 - 20:00 Uhr an der PH Weingarten statt. Die Lehre ist methodisch vielfältig konzipiert, Inputs und gruppenbezogenen Aufgaben wechseln sich ab. Ein Baustein erstreckt sich über ein Semester. Er endet mit einem Fachgespräch mit einer Führungskraft eines anderen Sektors im Rahmen eines Weingesprächs. Jeder Baustein kann separat gebucht werden, ein gemeinsamer Auftakt steht beiden Bausteinen voran


Voraussetzungen

Voraussetzungen für die Zulassung zum Kontaktstudium Alevitentum sind gute Deutsch- und Türkischkenntnisse sowie eine Hochschulzugangsberechtigung.
Dazu zählen:

  • Abitur
  • Fachhochschulreife + 1 Jahr Berufserfahrung
  • Ausländische Hochschulzugangsberechtigung*
  • Ausländische Hochschulabschlüsse*

* wird/ werden anerkannt. Eine übersetzte und beglaubigte Kopie ist erforderlich.


Abschlüsse

1. Teilnahmebescheinigung
Bei regelmäßiger Teilnahme erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine unbenotete Teilnahmebescheinigung.

2. Qualifiziertes Hochschulzertifikat
Wer eine Teilnahmebestätigung erhalten hat, kann durch Ablegen der insgesamt 3 Modulprüfungen ein qualifiziertes Hochschulzertifikat erwerben. Ein Hochschulzertifikat stellt einen eigenständigen Qualifikationsnachweis einer staatlichen Hochschule dar.


Aktuelles

Alevitinnen und Aleviten feiern Studienabschluss

Akademie der PH Weingarten bot erstmals Kontaktstudium an

Weingarten – Die ersten Absolventinnen und Absolventen des Kontaktstudiums „Alevitentum“ feierten im Dezember an der Pädagogischen Hochschule Weingarten ihren Abschluss. Die Verleihung der Zertifikate wurde mit einem bunten Festakt begangen.

Für die Alevitinnen und Aleviten in Deutschland war dies ein „historisches Ereignis“, wie Aziz Aslandemir, stellvertretender Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF) in seiner Festrede betonte. „An der Pädagogischen Hochschule Weingarten begann an der ersten Hochschule weltweit im Wintersemester 2013/14 (…) die universitäre Ausbildung von Lehrkräften für den Alevitischen Religionsunterricht in Form des Erweiterungsstudiengangs ,Alevitische Religionslehre/ -pädagogik‘“, erläuterte Aslandemir. Das Kontaktstudium sei ein weiterer Schritt, die akademische Auseinandersetzung mit der alevitischen Religionslehre für weitere Zielgruppen auch außerhalb des Lehramts zu öffnen. „Das Alevitentum hält dadurch endlich Einzug in die Forschung“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der AABF.

Alevitinnen und Aleviten in Deutschland

In Deutschland leben nach eigenen Angaben etwa 500.000 bis 800.000 Alevitinnen und Aleviten. Das Alevitentum ist am stärksten in der Türkei verbreitet und hat dort schätzungsweise 12,5 Millionen Anhängerinnen und Anhänger.

Kontaktstudium

Das dreisemestrige Kontaktstudium „Alevitentum“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Privatdozent Dr. Hüseyin Ağuiçenoğlu wurde im Sommersemester 2015 von der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der PH erstmals angeboten. 11 Absolventinnen und Absolventen erhielten auf der Feier das Zertifikat für den erfolgreichen Abschluss des berufsbegleitenden Studiums. Im Wintersemester 2016/17 startete bereits ein neuer Durchgang.

Buntes Festprogramm

Die weiteren Festredner Professor Dr. Werner Knapp, Rektor der PH Weingarten, und Dr. Lothar Kuld, ehemaliger Professor der PH, würdigten die Einrichtung des wissenschaftlichen Studienangebots im Bereich der alevitischen Theologie an der PH. Die Geschäftsführerin der AWW Roswitha Klepser hatte ein buntes Festprogramm organisiert: Die Damen der Alevitischen Kulturgemeinde Ravensburg sorgten für das leibliche Wohl. Mit Musik und Gesang erfreuten Alev Gök, Lale Kiris und Ugur Gürbas die Gäste. Die Feier endete mit einem Ausklang bei gutem Essen und Trinken und guten Gesprächen.