Hintergrund und Zielgruppe

Selbstevaluation ist in vielen Bereichen zu einem festen Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Die Qualität und Wirksamkeit der eigenen Arbeit zu überprüfen, zu bewerten und daraus Konsequenzen zu ziehen, ist vielen Akteuren der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit wichtig. Die Seminarreihe greift den Qualifizierungsbedarf auf, der dadurch in diesem Bereich entstanden ist. Unter Einbezug konkreter Projektbeispiele aus der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit der Teilnehmenden werden die zentralen Arbeitsschritte einer Selbstevaluation theoretisch beleuchtet und mittels partizipativer und aktivierender Methoden erprobt.

Die Seminarreihe richtet sich an haupt- und ehrenamtlich in Vereinen Tätige, die entwicklungspolitische Bildungsprojekte durchführen.


Seminarinhalte

Basismodul

Das Seminar gibt zunächst eine Einführung in die Prinzipien und den Ablauf von Selbstevaluationen. Dabei wird Bezug genommen auf praktische Fallbeispiele von entwicklungspolitisch aktiven Bildungsträgern. Im Anschluss werden Möglichkeiten eruiert, das eigene Projekt „unter die Lupe“ zu nehmen und hierfür zahlreiche Anregungen gegeben. Die grundsätzliche Klärung des Evaluationsgegenstands steht dabei ebenso im Fokus wie die Auswahl geeigneter Indikatoren und die Wahl passender Datenerhebungsinstrumente. Es wird herausgearbeitet, wie eine Selbstevaluation in den Arbeitsalltag implementiert werden kann, so dass sie neben den täglichen Anforderungen zu bewältigen ist.


Aufbaumodul I: Die Evaluation von Projektzielen mittels Kriterien und Indikatoren

In diesem Seminar steht das Projekt mit seinen Projektzielen als Evaluationsgegenstand

im Fokus. Dabei wird zunächst das Projekt einschließlich seiner Ziele in verschiedenen Wirkungsmodellen verortet, um die Komplexität des realen Projektumfelds zu verdeutlichen. Für die Handhabung der eigenen Selbstevaluation wird in einem nächsten Schritt geklärt, welche Fragestellungen eine Evaluation beantworten soll und wie dies gelingen kann. Als wichtiges Element für die Überprüfung des Erreichens von Projektzielen widmet sich der zweite Tag der Formulierung geeigneter Kriterien und Indikatoren.

Aufbaumodul II: Methoden der Datenerhebung

In diesem Seminar wird eine Einführung in verschiedene Möglichkeiten der Datenerhebung gegeben. Es wird geklärt, worin der grundsätzliche Unterschied zwischen quantitativen und qualitativen Datenerhebungsansätzen besteht. An Fallbeispielen werden unterschiedliche Datenerhebungsdesigns vorgestellt und die Teilnehmenden werden mit konkreten Datenerhebungsmethoden vertraut gemacht. Im Mittelpunkt stehen dabei: (1) Konzeptionierung und Durchführung von Interviews, (2) Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT), (3) Entwicklung von Fragebögen, (4) Einsatz von Kurzfeedback-Methoden sowie (5) Beobachtungsmethoden.

Aufbaumodul III: Auswertung und Bewertung von Evaluationsdaten

Um Erfolge in Projekten konkret nachweisen zu können, müssen Informationen und Daten, die im Projekt entstanden sind bzw. gezielt erhoben wurden, ausgewertet und bewertet werden. Wie dieser Auswertungs- und Bewertungsprozess in der Selbstevaluation angemessen gestaltet werden kann, ist Gegenstand dieses Seminars. Der Lernweg führt dabei von der Auswahl und Aufbereitung der Daten über die Handhabung unterschiedlicher Auswertungsmethoden bis hin zur Umsetzung einer kriteriengeleiteten Bewertung der Daten. An konkreten Beispielen aus der Praxis werden unterschiedliche Bearbeitungsmöglichkeiten aufgezeigt.


ReferentInnen

Basismodul und Aufbaumodul II: Prof. Dr. Claudia Bergmüller-Hauptmann

Pädagogische Hochschule Weingarten, zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Bildung im Kontext globaler Gerechtigkeit, Evaluationsforschung sowie Schul- und Unterrichtsentwicklung. Sie begleitet seit vielen Jahren Nichtregierungsorganisationen bei der wirkungsorientierten Planung und Evaluation von Bildungsprojekten. Seit 2007 koordiniert sie das Netzwerk „Evaluation entwicklungsbezogener Inlandsarbeit“.

Aufbaumodul I, II und III: Susanne Höck

M.A., Dipl. Development Policy / Economics (UK), evaluiert seit Gründung von EOP 2002 (www.eop-evaluation.de) vor allem Projekte in den Bereichen entwicklungspolitische Bildung, Globales Lernen und BNE. Sie begleitet Selbstevaluationen und Organisationsentwicklungen und ist als Trainerin tätig.

Aufbaumodul I und III: Eva Quiring

Dipl. Kulturwirtin (Univ.), M. Eval. (Univ.), Geschäftsführerin der EQ EvaluationsGmbH (www.eq-eval.de), hat als freie Projektgutachterin für das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung gearbeitet und ist heute als unabhängige Evaluatorin und Trainerin im In- und Ausland tätig.


Kursabschluss

Wenn Sie sowohl ein Basismodul wie auch Modul I-III besucht haben, können Sie ein Zertifikat für die erworbenen Kompetenzen im Bereich Selbstevaluation erhalten.


Teilnahmebedingungen

Grundvoraussetzung für eine Teilnahme ist ein ehrenamtliches oder hauptamtliches Engagement bei einem Träger, der entwicklungspolitische Bildungsangebote in Deutschland durchführt. Sie können sich zu einem Modul oder auch mehreren anmelden. Voraussetzung für die Anmeldung zu Modul I bis III ist der Nachweis über die Teilnahme am Basismodul bzw. einem Grundlagenseminar früherer Jahre oder alternativ eine glaubhafte Versicherung über ausreichende Grundkenntnisse. Mit Ihrer Anmeldung gehen wir davon aus, dass Sie an beiden Seminartagen vollständig teilnehmen werden.


Kooperationspartner

Die Fortbildung wird in Kooperation mit Brot für die Welt, Engagement Global GGmbH und der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschland angeboten.